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Lexa

Lexa war ein Wunschhund der beiden Frauen in der Familie. Sie wurde vom ersten Tag an in erster Linie Herrchens Hund. Als typische Bernerin, mit eigenem Kopf war sie eine Hundepersönlichkeit. Ihr liebenswertes Wesen machte uns zu absoluten Bernerfans. Ein Leben ohne diese wunderbare Rasse wurde unvorstellbar. Lexa wurde 9 Jahre alt.

Mit der folgenden Geschichte erinnern wir uns an sie:

Lexa fragt sich, was ist das Weihnachten??

Zuhause ging es plötzlich Mitte November, gerade, wenn für einen Berner das gemütliche Wetter draußen ist, so geschäftig zu, dass ich drinnen nichts versäumen wollte.Zuerst wurden die Stoffbahnen, Vorhänge glaube ich, heißt dass, von den Wänden genommen. Manchmal verstecke ich mich dahinter, aber meine Chefin meinte, die müssten in die Waschmaschine. Als alles fein säuberlich auf dem Boden lag, dachte ich, ich könnte mich schnell mal darin verstecken. Aber das war wohl verkehrt. Die Chefin knurrte mich etwas an. Beim zweiten Mal habe ich mich oben drauf gesetzt, das war gemütlich, nur leider auch nicht richtig. Man meinte ich wäre wie das „Tüpfelchen auf dem i“. Nur es klang so, als ob es schon wieder verkehrt war.Dann kam mein Erzfeind! Frauchen nennt ihn Staubsauger! Mich ärgert nur, dass er immer lauter und länger bellen kann als ich!. Wenn er dann in die Nähe meines Hundebettes kommt, werde ich total sauer. Leider hilft das auch nicht. Als dann, Tage später, alles ordentlich sauber war, ich finde es ja nicht so gemütlich, das „Ordentliche“, kam, da staunte ich als Hund aber, Feuer auf den Tisch. Frauchen, jetzt nicht mehr so viel Chef, hat dann das Feuer angemacht, sie nennt es Kerzen, und mich richtig toll durchgekrault. Hundekekse habe ich auch bekommen, weil nicht so viel Zeit für mich an diesem Tag übrig war. Da war ich dann auch wieder zufrieden. Vom Rest der Familie habe ich am Abend auch noch so richtig viele Kraulis bekommen. Das hat mich sehr versöhnlich gestimmt, mit diesen turbulenten Tagen. Herrchen meinte, selbst der Hund, also ich, wäre in vorweihnachtlicher Stimmung. Ich habe das nicht verstanden. Wieder ein paar Tage später ging es dann bei uns in der Küche rund. Zuerst setzte ich mich auf Beobachtungsposten direkt in die Küchentüre. Mein Frauchen hatte schrecklich viel zu tun. Sie wird mich doch nicht schon wieder vergessen??Vorsichtshalber habe ich mich dann genau in die Mitte der Küche gelegt. Da musste „Chefin“ immer über mich drüber steigen. Was ich sehr lustig fand! Frauchen war, glaube ich, schon wieder nicht sehr begeistert deshalb. Meine Nase stellte plötzlich ganz neue Gerüche fest. Man war das super! Mittlerweile weiß ich auch, was das ist, man nennt es „Plätzchen backen“. Wäre aber schon wieder nichts für mich, war die Ansage! Chefin stellte die Plätzchen auf den Tisch, wo wieder Feuer war und ich hatte strengstes „Klauverbot“.Die Welt ist doch ungerecht, oder? Etwas später habe ich dann doch ein Plätzchen versuchen dürfen. Das war wirklich köstlich! Ärgerlicherweise wurde die Schüssel sehr hochgestellt. Aber der Duft wehte noch immer um meine Nase. Die ganze Zeit ging es so weiter mit der Geschäftigkeit. Da wurden Dinge herangeschafft, die man dann in Papier versteckte. Als ich es wieder auswickeln wollte, kam ein sehr strenges „Pfui“ zur Strafe. Ich dachte, man wird doch wohl noch mal nachsehen dürfen! Es könnte ja wieder was Köstliches im Papier versteckt worden sein. Zum Abschluss dieser turbulenten Tage, Ihr werdet es nicht glauben, stellte Herrchen einen richtigen Baum ins Zimmer. Sehr komisch, als ob es im Garten und im Wald nicht genug gäbe. Und eine Stimmung hatten alle, so kannte ich meine Familie noch nicht. Aus der Küche wehte schon wieder ein köstlicher Duft. Hoffentlich vergessen sie mich nicht, wenn der Herd das Leckere, Duftende heraus gibt. Als sie dann sogar auf dem komischen Baum Feuer gemacht hatten, bekam ich auch so ein in Papier gewickeltes verstecktes Etwas! Ich getraute es mir erst gar nicht auf zu reißen. Schließlich hatte man mich deshalb schon einmal geschimpft. Aber es sah tatsächlich so aus, als ob sie alle warteten, dass ich, genau wie meine Leute, das Päckchen aufreiße. Jeder hatte nämlich so ein „Versteck“ bekommen. Sehr kindisch, man hatte einen Kauknochen darin versteckt. Das war dann aber doch Klasse, meinen Letzten hatte ich Gestern nämlich gerade aufgefressen. So hatte ich nun Beschäftigung genug, bis sich meine Leute wieder beruhigen würden und aus dem Ofen das köstliche Essen auf den Tisch kam. Und man hatte schon freundlich gemeint, es wird schon noch was Leckeres für mich dabei sein. Ach da fällt mir gerade ein, „kann mir nun endlich jemand erklären, was oder wer Weihnachten ist“?? Ständig höre ich dieses Wort, und es ist immer noch Niemand gekommen der so heißt!

Eure Lexa