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Ritli 2007

Ritli im Alter von 9 Jahren

 

 

Wo ist Ritli?

Verwöhnt mit zwei Berner Sennenhunden, so wie sie sein sollen, freundlich zu jedermann, aber auch aufmerksam und gut erzogen holten wir uns Berner Nr. 3 ins Haus. Schließlich leben ja auch 3 Menschen in unserer Familie.Ritli war 8 Wochen alt, und, nicht daß wir vergessen hätten, wie temperamentvoll und entdeckungsfreudig Welpen sind!!! Nein Klein Ritli war mit einer besonders großen Portion an Entdeckerfreude, Tatendrang und Unternehmungslust gesegnet. Vor ihr war nichts sicher und ihre kleinen Pfötchen waren selten weiß. Alles war interessant und Unbekanntes wurde sofort erprobt. In den ersten Stunden bei uns fiel sie bereits in den Gartenteich, der Gott sei Dank nicht sehr tief ist. Die Wasserlinsen darauf waren einfach zu interessant. So war die gesamte Familie auf Trab und immer auf der Hut, was sie wohl jetzt wieder anstellen würde.Den Gartenteich durchschwimmen und im Anschluß daran Badewannen große Löcher zu buddeln, war eine Kleinigkeit für sie. Noah unser Rüde, unermüdlich im Spielen mit ihr und sehr umgänglich mit Welpen, war nach einiger Zeit etwas genervt. Und Lexa unsere Große ignorierte das kleine Temperamentsbündel bald. Dies war natürlich stinklangweilig für Klein Ritli.Also machte sie sich selbst auf Entdeckungstouren. Einmal erwischte ich sie vor Nachbars Hasenstall. Neugierig betrachtete sie die Mitgeschöpfe. Freundlich, nach Bernerart war sie zu Allen. Nur zwischen Hasenstall und unserem Gartentor lag eine Straße. Ihre Hasenbesuche konnten durchaus gefährlich werden. Fortan achtete jeder darauf, daß unser Gartentor immer fest geschlossen war. Eines Tages spielte unsere Kleine vergnügt mit einem kleinen Zweig auf der Terrasse. Die beiden großen Berner dösten in der Sonne. Wie so oft wurde ich ans Telefon gerufen. „Welpenvermittlung war angesagt!“ Als ich zurückkam war Ritli verschwunden. Ich rief sie,! Nichts!! Durch den Garten lief ich zum Teich. Keine Spur von ihr. Nachbars Hasen fielen mir ein. Obwohl das Tor verschlossen war lief ich hinüber. Nein Ritli war nicht da. Wo war sie? Eine leise Unruhe überfiel mich. Jeden Stauch, jede Gartenecke durchsuchte ich. Nichts! Ich lief im Haus durch jedes Zimmer, bereits voll Angst. Wo war unser Hundekind.? Ihre Neugierde und Unternehmungslust hatten sie doch nicht zu einem Ausflug durchs Dorf oder gar in den nahen Wald getrieben?Die Verbindungsstraße in das nächste Dorf war nicht weit. Ich machte mir Sorgen. Feste Schuhe mußten her, damit ich sie suchen konnte. Ich lief in die Besenkammer, um diese zu holen und traute meinen Augen nicht. Hier zwischen Putzeimer, Schrubber und Schuhregal schlief mein kleiner Hund im Dunkeln den Schlaf der Gerechten. Tief und fest, wie unbekümmerte kleine Wesen eben schlafen. Voll Erleichterung machte ich ihr eine besonders leckere Mahlzeit und war bereit ihre nächste „Untat“ nicht zu bemerken.

Ritli und die Schafe

Eilig hatte es unsere Kleine schon immer. Selbst bei ihrer Geburt konnte sie nicht abwarten bis die Hundemutter wieder in ihrer kuschligen Wurfkiste zurück war. Nein! Ritli streckte ihr Näschen schon während einer kurzen Erhohlungsphase der Mama , im Garten, in die neu zu entdeckende Welt. Prompt plumpste sie ins taufeuchte Gras. Auch dabei war sie nicht überrascht, laut quäckend begrüßte sie die Welt. Und so blieb es auch. Ritlis Temperament hielt uns in ihrem ersten Lebensjahr ständig in Atem.Für eine Berner-Sennenhündin war dies schon erstaunlich. Zu dem kam noch eine umwerfende Intelligenz gepaart mit einer großen Portion Schlauheit dazu. Ritli kam im Juni zur Welt. Im Januar wollten wir uns wieder Fellbach gönnen. Hundeinteressierte wissen, dort fand alljährlich ein hochinteressantes Seminar für Liebhaber unserer Vierbeiner statt. Der Chef der Familie erklärte sich bereit an diesem Wochenende unsere 3 Berner zu hüten. Denn „Die“, um die es in Fellbach geht, finden einen gemütlichen Waldspaziergang um Längen besser, als kynologisches Wissen. Eine Bedingung stellte mein Göttergatte jedoch, er wollte am Wochenende mal wieder ausschlafen können. Das hieß für uns also früh um 6 Uhr einen kurzen Hundespaziergang absolvieren. Um 7 Uhr sollte Abfahrt sein. Unsere beiden älteren Berner legten sich dann wieder zufrieden auf ihre Hundematte. Wenn da nicht ein 7 Monate altes entdeckungsfreudiges Hundemädchen gewesen wäre. Kurz vor unserer Abfahrt entschlüpfte sie der nicht ganz geschlossenen Gartentüre und war verschwunden.Zwischen 6 und 7 Uhr an einem Januarmorgen ist es nicht nur ziemlich kalt, es ist auch noch stockdunkel. Ich unterdrückte meine Panik und rief mich zur Ruhe. Sie mußte durch Nachbars Garten auf der gegenüberliegenden Seite entwischt sein. Denn alle anderen Gründstücke sind eingezäunt und so schnell konnte sie nun doch nicht die ganze Straße entlanggelaufen sein. Dahinter war jedoch offenes Feld. Nachbars nicht eingezäuntes Grundstück ist mit einer gut funktionierenden Alarmanlage gesichert. Wenn ich den gleichen Weg wie mein Hund nehmen würde, mußte ich also mit einer ziemlich geräuschvollen Sirene rechnen. Und daß Samstagmorgen kurz nach 6 Uhr - unmöglich! Mein verhaltenes Rufen war vergebens. Es blieb mir also nichts anderes übrig als die ganze Straße entlang laufen, die Gärten zu umrunden, um auf die Rückseite zu kommen. Vorsorglich nahm ich unseren Rüden, Noah, mit. Auf der Rückseite arbeiteten wir uns durch eine Hecke. Ich war sehr besorgt um meine Kleine. Plötzlich hörte ich viele Schafe aufgeregt blöcken. Richtig, auf dem freien Feld waren noch gestern eine große Herde Schafe in ihren Pferch verwahrt. Und schon gestern hatte sich Ritli, da jedoch an der Leine sehr für die Tiere interessiert. Dieses kleine Biest!!. Wir kamen ca. 5 Meter an den Pferch heran, als sich Noah weigerte näher zu kommen. Ein Weidezaun umspannte den Pferch. Noah wußte genau Elektrozäune sind gefährlich für Hundenasen. Ich befahl ihm Platz und lief in der Dämmerung näher heran. Und da sah ich Erstaunliches!. Alle Schafe weideten wieder friedlich, jedoch n e b en der Umzäunung, die an einer Stelle umgetreten war. Der Zaun hatte sich aber wieder halb aufgerichtet. Ritli hockte genau in der Mitte des Pferches, rührte sich nicht und wollte absolut nicht näherkommen. Auch sie hatte ihre Erfahrungen mit Weidezäunen gemacht. Was blieb mir also übrig, als auch über den Zaun zu klettern, meinen nicht mehr gerade leichten Hund auf den Arm zu stemmen und ihn über den Zaun zu heben. Noah war glücklich sein Hundemädchen wieder zu haben und umkreiste sie fröhlich. Ich war stocksauer. Wir kamen diesmal nicht pünktlich nach Fellbach und mein Ehemann kam um sein wohlverdientes Ausschlafen. Mußte doch der Besitzer der Schafe verständigt werden, damit sie wieder zurück in ihren Pferch getrieben wurden. Die Quintessenz des Abenteuers: Ritli geht seitdem an einer Schafherde verachtungsvoll vorbei.