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Erinnerung an Amely

Als Ritli 2 ½ Jahre alt war, sollte sie Mama werden. Nach langen Überlegungen war auch der Papa „in spe“ gefunden. So kam es, dass wir, meine Tochter und ich mit Ritli, ausgerechnet am 2. Weihnachtsfeiertag nach Nettetal reisen mussten. Die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr zählt für uns zur gemütlichsten Zeit des Jahres. Belohnt wurden wir mit 9 Bernerbabys, die 63 Tage danach, das Licht der Welt erblickten. Da die Geburt für Ritli nicht einfach war, kamen 8 Berner in der Tierarztpraxis zur Welt. In einer Wehenpause, Ritli war sehr erschöpft, fuhren wir nach Hause. Zuhause kam dann 2 Stunden später noch eine Hündin, meine Amely, zur Welt. Schon die ersten Minuten, als ich sie in meinen Händen hielt, war sie für mich etwas ganz Besonderes. Die Kleine war sehr hübsch, fein modelliert wie ein Porzellanpüppchen und mein Herz flog ihr sofort zu. Ich glaube in diesem Augenblick schon sprang der Funke über, Amely sollte bei uns bleiben. Sie war eine fröhliche temperamentvolle Hündin. Mit ihrem Bruder Aladin war sie ein lustiges Team, daß unser Leben bereicherte. Noah unser Rüde liebte sie sehr und bewachte sein Mädchen wo er nur konnte. 2 Jahre konnten wir unser Berner-Quartett in unserer Familie bewahren. Dann verließ uns Noah, kurz vor seinem 12. Geburtstag. Amely und Aladin waren mittlerweile 2 Jahre alt. Besonders Amely konnte laufen und springen elegant wie ein Reh. Nichts war ihr zu hoch und zu weit. Zu meinem Kummer waren auch alle Umzäunungen für sie kein Hindernis. Als wir versuchten ihr einmal den Weg zu versperren, indem wir noch zusätzliche Bretter anbrachten, versuchte sie auch diese Hürde im Tiefflug zu nehmen und blieb mit einem Beinchen hängen. Ein Kreuzbandabriss war die Folge dieses Unfalles. Wir mussten sie operieren lassen.Schon kurze Zeit später, lief sie wieder mit Aladin und Ritli um die Wette. Amely war immer darauf bedacht, alles recht zu machen. Im Haus und unterwegs war sie mein Schatten. Manchmal suchte sie mich im ganzen Haus. Ich höre noch heute ihre vorsichtigen Schritte. Ich sehe noch heute ihre Freude, wenn sie mich gefunden hatte. Abends, wenn alle Arbeit erledigt war, lag sie neben meinem Sessel. Amely war in ganz besonderer Weise „mein Hund“. Ihr besonders liebenswertes Wesen zeigte sie, als Mama Ritli noch mal Mutter von 5 Hündinnen wurde. Vom ersten Augenblick an lag sie neben den Welpen mit sehnsüchtigen Blicken. Zu gerne wären es „ihre“ gewesen. Einmal versuchte sie sogar in den Korb zu steigen, indem ich die Welpen immer verwahrte, wenn ich die Wurfkiste wieder in Ordnung brachte. Als die Kleinen ihre ersten Breimahlzeiten bekamen, war sie eine rührende große Schwester. Sie schleckte jeder Einzelnen fürsorglich die Schnäuzchen sauber. Wir beschlossen, zu versuchen ihr dieses Mutterglück auch zu gönnen und im März hatten wir die Körung für sie geplant. Im Januar wurde Amely läufig, im Februar dachte ich sie ruscht schon sehr früh in eine Scheinträchtigkeit, sie war auffallend ruhig, ihr Gesäuge war etwas angeschwollen. Plötzlich kam ein leichter Husten dazu. Unsere Tierarztbesuche und die folgende Behandlung brachte keine Linderung. Eine leise innere Unruhe bei mir wollte ich nicht wahr haben. Amely war wohl etwas ruhiger, aber anhänglich und fröhlich wie immer. Sie hatte viel Freude an unseren Spaziergängen und spielte wie immer mit ihrer kleinen Schwester. Ab 9. März wollte sie plötzlich nicht mehr fressen. Die folgenden 5 Tage verschlechterte sich ihr Zustand täglich. Meine schlimmsten Befürchtungen waren leider wahr. Am 15. März 06 mussten wir sie wegen eines Lungentumores einschläfern lassen. Sie schlief in meinem Armen hinüber in ein anders Leben. Ich sagte zu ihr, „geh mein Mädchen, geh zu Noah, er wartet schon“. Sie durfte nur 5 Jahre bei uns bleiben. Ich vermisse sie sehr und glaube daran, irgendwann in einem anderen Leben, werde ich sie und alle meine Berner wieder in die Arme schließen können.